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(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)

Hinten ist beim Licht da, wo es Nacht ist. Es heißt ja auch „hinters Licht geführt“, also muss das Licht eine Rückseite haben. Schließlich hat alles auf der Welt zwei Seiten. Hätte das Licht kein „hinten“, dann ginge es auf der Welt dauernd hell zu und nur die Allerhellsten bringen es fertig, ohne Unterbrechung an der hellen Seite des Lichtes zu sein.

Jeder noch so zwielichtig Erleuchtete weiß aber, dass es hinter dem Licht finster ist und dass es, gleich bei welchem Licht besehen, sobald das Licht ausbleibt, dunkel wird. Nur vollkommen Umnachtete treffen bei Helligkeit keine Vorkehrungen für die Dunkelheit. Wirtschaftskrisen werden daher völlig zu Recht dunkle Zeiten genannt. Es ist zwar nicht finsterer als sonst, da sich Sonne und Erde gestirntechnisch nicht verändern, aber gehirntechnisch registriert die menschliche Wahrnehmung mehr Dunkelheit.

Finster blickende Vorstände, Aufsichtsräte und Aktionäre werfen ebenso lange Gesichter wie Schatten aus der Zeitung. Ihre zwecks steuerfreier Gewinnverschleierung zusammen gezwirbelten AG-Verknotungen sind so ausgesaugt, dass sie jetzt ohne irgendwelche Kapitalreserven dastehen und wackeln wie ein Kuhschwanz ohne Kuh. Die Kuh wurde nämlich längst unter den Geldschiebern aufgeteilt und ins Ausland verfrachtet, ohne dass man es dem noch herumhängenden Kuhschwanz angemerkt hätte.

So liegen beispielsweise in Monaco und an der Côte d’ Azur die steuerfrei transferierten Rekordgewinne der fetten Jahre als Villen und Luxusyachten vor Anker. Plötzlich kommt da eine Wirtschaftskrise daher. Wer rechnet denn mit so was? Die Katastrophe: Der Yachtadel soll die nächstgrößere Yacht aus anderen Einnahmequellen bezahlen, weil sich aus dieser komischen Dingsbumsfirma nichts mehr heraussaugen lässt? Im Gegenteil! Das ausgezuzzelte Unternehmen mit diesen unnützen Werktätigen will auch noch Geld haben.

Also das ist die Höhe! Wozu hat man denn so einen Laden? Doch nicht, um hinein zu schustern! Der Staat hat doch dieser werktätigen Unterschicht jede Menge Steuern abgeknöpft. Also soll der Staat gefälligst in diese steuerzahlenden Kleingeldwinsler investieren und mit Staatshilfen die Bude über Wasser halten. Arbeitsplätze oder Arbeitslose - oder!? Man kann nun mal neben den eigenen Yachten nicht auch noch irgendwelche Staatsfinanzen aufpolieren. Das ist Sache des ebenso besteuerten wie bescheuerten Fußvolks. Kann schon sein, dass über die Leutchen ein paar lichtlose Jahre im Schatten der Nacht kommen. Gut situierte Yachtbesitzer haben damit kein Problem, denn irgendwo scheint immer die Sonne und dort harrt man der Dinge im Schatten der Yacht.