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(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)

Dass ein Auto eine Bahn braucht, liegt daran, dass die Autobauer ihre Fahrzeuge so gut wie nicht geländetauglich bauen. Sie setzen für ihre Karossen einfach eine Bahn voraus, liefern diese aber nicht mit. Dabei wissen die genau: Ohne befestigte Trasse kommt man mit ihrer gummibereiften Schadstoffartillerie nicht weit.

Um sich einen Weg bahnen zu können, braucht man fürs Auto eine Bahn und wenn’s besonders dick kommt eine Autobahn. Bahnlos gehen bzw. fahren, also funktionieren die Menschheitsvergaser der Automobilindustrie faktisch überhaupt nicht. Bei Tabletten für Geisteskrankheiten liefert der Apotheker schließlich die Geisteskrankheit auch nicht mit. Die muss man schon selber haben.

Also hat der Automobilbauer Recht, wenn er wie der Apotheker sagt: „Ich fabriziere und verkaufe das Zeug, woher aber der dafür nötige Wahnsinn kommt, ist mir wurscht. Hauptsache er ist da.“

Im Fall des Autos liefert den nötigen Wahnsinn dazu das Volk und zwar nicht nur das fahrende Volk sondern alle zahlungsfähigen Mitglieder einer Volksgemeinschaft bzw. die Bank, bei der sie verschuldet sind. Die Aufmarschstraßen und –plätze für die tägliche Waffenschau der menschlichen Selbstvernichtung finanzieren die Opfer.

Das ist die vollendete Kunst der Kriegsführung: Statt sie mit Kanonenrohren zu beschießen, verkauft man der zu vernichtenden Kaste immer mehr Fortbewegungsmittel mit Verderben speienden Auspuffrohren, die diese dann mit zunehmender Begeisterung gegen sich selbst richtet. Dagegen ist die Kriegslist mit dem Trojanischen Pferd ein abgeschmackter Gehirnleibwind.

Euphorisch wird der ganze Planet für das ölige Räderwerk präpariert, versiegelt und befahrbar gemacht. Teer statt Brot! Zur Förderung der Bewegungsarmut werden entlang von Autobahnen jede Menge Haltepunkte angelegt. McBeicht – Beichten vom Auto aus, ansteuerbare Ketchup- und Mayospender besetzt mit 1-Euro-Asylanten, Andocken an der Notdurftabsaugung für die Wageninsassen usw. machen es überflüssig, aus dem Auto auszusteigen.

Bei der Fülle von Bordsteindienstleistungen bis weit in die Intimsphäre der Eingeblechten hinein, werden private Autohöfe in Sachen Schnelligkeit und Erfindungsgeist immer ein paar Autolängen voraus sein. Schon heute steht fast an jeder zweiten Autobahnausfahrt eine Kaffee- und Benzinfarm. Tendenz steigend. Mag sein, ihnen blüht einmal das Schicksal unser aufgelassenen Bahnhöfe und dann werden selbst einst hoch gelobte Autobahn-Raststätten zu bedeutungslosen Autobahn-Facetten.