(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen „Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)
Wo oder wie tief sind wir denn in Bayern hin- bzw. herunter gekommen, meine sehr verehrten Bayerinnen und Bauern – äh – Bayern!? Wäre der Grund, auf dem wir heute stehen, auch ohne uns zum Abgrund geworden? Ich zitiere unseren überhimmlischen Parteigroßvater: „Nein!“ (Zitat Ende).
Glauben Sie mir - oder glauben Sie es lieber uns, bevor Sie es wem anders nicht glauben: Wir hätten vorher nie daran geglaubt, dass wir nachher so dran glauben müssen. Eine Partei wie die unsrige glaubt doch nicht, dass irgendjemand uns das nicht mehr glauben könnte, was wir uns selbst im Glauben, dass es jemand glaubt, glauben machen wollten.
Aber nicht umsonst schreiben die großen bayerischen Psychosen erhobenen Zeigefingers in ihren Prophezeiungen sinngemäß: Der Kelch geht so lange am Esel vorüber bis es dem Esel so gut geht, dass der stete Tropfen, der den Brunnen höhlt, ihn wie ein gebranntes Kind vom Eis holt und in den Brunnen fallen lässt. Hier fiel dem Dichtermund ein wahres Wort aus der Krone und so überkam er uns wie er einen nur überkommen kann - der Durchfall: Durchgefallen!
Die Wählerinnen und Wähler haben uns die kalte Brust gezeigt und das Hirn besessen – äh – die Stirn besessen, uns unserer absolutistischen Mehrheit zu berauben, die Bayern letztendlich dahin gebracht hat, wo wir heute sind. Wo wären wir denn ohne uns!? Ha? Ja mit Sicherheit woanders! Aber klopfen wir uns selbstkrisisch an die eigene Brüstung: „Wehmut kommt nach dem Durchfall“ und dass uns der Durchfall seit der letzten Wahl ins Gesicht geschrieben steht, ist leider so offensichtlich geworden wie die Fahne auf dem halben Mast.
Doch wir lassen uns nicht mit Beulen und knirschenden Tränen ins Tal der öligen Jungfrauen hinunter ziehen. Der Wählerauftrag und der unserer Nichtwähler mit eingerechnet ist eindeutig. Wir sind die aufreibendste Kraft in Bayern! An uns kommt keiner vorbei. Nicht einmal wir selbst! Wir könnten es uns durchaus leisten, dass es uns um Bayern und nicht um Personen geht. Aber die Sachpolitik wird bei uns immer oberste Minorität haben. Erst der Posten, dann die Person und erst dann – nix mehr! Das sind die drei Ecken unserer Politik um die wir unsere Hunde bringen, bevor wir sie im Sand begraben.
Die Frage, wer welchen Posten bekommt, darf nicht zum Schuss ins Nähkästchen, aus welchem geplaudert wird, verkommen. Hier können wir nur mit Geschlossenheit die gefallenen Prozente aus der Latrine holen, sprich die Partei muss sich verhalten wie eine geschlossene Anstalt. Das dürfte uns gelungen sein.




