(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen „Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)
Wenn der Staat zum Staatsapparat wird, in welchem der Apparat mehr frisst als der Staat und der Staat deshalb nur mehr nach noch mehr Steuern sucht, dann spricht man von Steuersucht. Von der Steuersucht befallen, verschlingt der Staat, um seinen Apparat zu füttern, riesige Geldhaufen von Geldern, die er nicht hat. Geld, das der Staat nicht hat, nennt der Staat, um es zu bekommen, Steuer. Wenn man es hinbekommt, Geld, das man nicht hat, Anderen als Steuer einzureden, dann kann man den Anderen das Geld einfach abnehmen und diese regelmäßige Enteignung für normal erklären.
Verschüren nun die staatlichen Apparatschiks in ihren Geldkrematorien mehr Kohle als der Bürger herbringt, dann entwickelt die Steuergesetzgebung eine ungeahnte Kreativität im Erfinden neuer Abgaben: Rentnerdaseinssteuer, Altersvorsorgebeschneidung, Lebensversicherungsamputation usw. Nebenbei werden unauffällig die alten Steuerschrauben auch gleich mit angezogen. So arbeiten sich die fiskalen Beutelschneider immer tiefer in den Sack des Bürgers hinein. Das Restbeutelchen plündern die Sozialkassen: Pflegezusatzobendreinzuschlag, Stuhlprobensondermüllgebühr, Medikamenten-Selbstbehalt-Eigenanteilskosten, Krankenkassenverwaltungswustabgabe etc.
Versuchen nun Privatleute mit so vergleichsweise harmlosen Organisationen wie der Cosa Nostra, der Mafia oder der Camorra sich Geld nach staatlichem Vorbild zu beschaffen, wird diese Form der Liquiditätssicherung mit so hässlichen Begriffen wie Schutzgelderpressung, Diebstahl, Wucherei, Abzocke, organisierte Kriminalität usw. staatlicherseits denunziert. Dabei geht der staatsähnlich tätige Pate mit seiner familia noch viel humaner um als unser Papa Staat mit seinen Kindern, die aus Protest schon gar nicht mehr zur Welt kommen, weil ihnen der Papa bereits im ungeborenen Zustand alles weg frisst. Also lässt der vermehrungsfähige Staatsbürger nichts mehr nachwachsen, das heißt: Kein Nachwuchs!
Jetzt muss der Papa sich mit seiner Fresssucht an das alternde Gerippe der Staatsbürger halten, die noch da sind und die abzausen bis auf die Knochen. Notfalls geschieht das sogar online oder mit Hausbesuchen. In seiner Steuersucht durchleuchtet das väterliche Staatsmonstrum das arme Steuerzahlerlein und leuchtet den Armleuchtern, die ihr Geld noch daheim im Lande haben oder besser „hatten“, gründlich heim.
Wen wundert’s also, dass ein paar Erleuchtete nach der Liechtensteiner Polka abtanzen, ein paar Millionen stiften und damit stiften gehen. Wer besteuert wie bescheuert hat die Steuersucht und je närrischer die Steuersucht desto wahnsinniger die Steuerflucht.




