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(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)

Die Parteikundgebung heißt Kundgebung, weil eine Partei nichts sagt; sie gibt höchstens etwas kund. Was die Partei kundgibt, wird zwar gesagt, ist aber nichts sagend und wird daher in der Kundgebung nur kundgegeben, nicht dass es hernach heißt, man hätte etwas gesagt.

Besonders vor Wahlen zieht die Kundgeberei der Parteien wie eine Darmgrippe durchs Land und schickt ihre Erreger selbst in die lausigsten Flaschenschänken hinein. Es soll Dörfer geben, da treffen die Parteien noch vor dem elektrischen Strom ein. Strom haben sie keinen dabei, aber sie tun kund, dass der schon vor der letzten Wahl versprochene Strom in naher Zukunft naht.

Um die Bevölkerung mit einer Parteikundgebung zu infizieren, braucht man einen auswärtigen Erreger, sozusagen einen Partei-Oberkundgeber. Die abgewetzten Partei-Dorfleuchten des Ortsverbandes mit ihren lauwarmen Leberkäsreden würden nämlich keine zwei Fernseh-Rentner vom Bildschirm und von „Dahoam is Dahoam“ weglocken. Also braucht es einen möglichst wirtshauszugkräftigen Maßkrugprediger aus dem Propaganda-Panoptikum der Partei, am besten einen Minister oder so was. Für eher leer stehende Landstriche mit einer veralteten Bevölkerung, die damit zu tun hat, die teueren Wohnungen ihrer Kinder in den Großstädten zu finanzieren, tut es auch ein eloquenter Märchenonkel aus den unteren Parteischichten.

Da kommt dann der Staatsveterinär und verkündet dem mauloffenen Stimmvieh im Vereinsheim „Zum Trinkerbrünnerl“, dass dank einer groß angelegten Parteistrategie die Errichtung einer Erdkrötenpassage an der Staatsstraße 0815 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als gesichert betrachtet werden dürfte. Im Verlauf der umjubelten Rede heißt es weiter: „Mit erdverbundenen Maßnahmen wie diesen wird die Partei einmal mehr beweisen wie sehr ihr die Ein- äh Entwicklung des ländlichen Raumes Herzensangelegenheit geworden ist. Der Abwanderung der Jugend in die Ballungszentren werden wir mit einer Verbesserung der Infrastruktur wie im vorliegenden Krötentunnel zu begegnen wissen.

Hier, meine sehr verehrten Damen und Herren, werden Pflöcke eingeschlagen! Mit dieser Investition sei ihnen gesagt: In ihrer Region sehen wir die Zukunft unseres Landes! Geben sie uns ihre Stimme und ihre Zukunft wird Zukunft bleiben. Ich danke ihnen! Prost!“