(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen „Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)
Kinder werden bis zu neun Monate nach der Zeugung ortsfest in der Mutter gelagert. Solange sich der Neuzugang in spe schalldicht innerhalb des Mutterleibs befindet, darf der hinsichtlich seiner Befruchtungsgelüste mehr und mehr unerwünschte Vater seine wohlverdiente Gattenpause genießen.
Es sei denn die werdende Mutter lockert mit Erbrechen seinen Dämmerzustand etwas auf und jammert dem armen Mann damit die Gehörgänge voll. An den zum Brechen vollen Ohren des Vaters ist in diesen üblen Momenten das Kind nur indirekt schuld. Der Unruheherd ist die störende Mama bis jetzt noch allein. Kaum ist das Resultat des väterlicherseits längst vergessenen Akts auf freiem Fuße und der Vater wohnt noch bei der Mutter, bekommt endlich auch der Erzeuger zu hören und zu spüren, was er angerichtet hat.
Für ihn bestand der Nachwuchs ab dem Zeitpunkt der Begattung bis dato faktisch nur aus einer Ahnung. Durch die Geburt schlägt die kostenlose Lagerung des Kindes in eine zeit- und kostenintensive Aufbewahrung um. Der Rückweg ist verbaut und eine Retourlieferung ist nach heutigem Stand der Technik und aufgrund der Phantasielosigkeit der weiblichen Natur nicht möglich. Wie man das Kind auch dreht und wendet, es muss, nachdem es ausgetragen ist, oft sehr kostenträchtig verstaut werden.
Jedes Aktienpaket ist günstiger irgendwo unterzubringen als so ein quengelndes Menschenbündel. Frisst der Appetit des Babys, die Ausstattung und die täglichen Verwahrkosten den kläglichen Rest vom Familieneinkommen auf, den der Staat mittels Kindergeldkürzungen, Büchergeld usw. noch nicht wegbezuschusst hat, dann muss die Mutter schnellstens für drei Euro die Stunde zu Yellow-Stiefel zum Regale einschlichten.
Das Baby wird derweil in einer Krippe geparkt gemäß dem biblischen Zitat: „...und sie legten es in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz war.“ Was tun, wenn das staatliche Kinderkrippensystem nicht mehr als eine „Pawalatschn“ ist? Pawlatsche kommt vom tschechischen Pavlac und heißt so viel wie „offener Hausgang“, wird aber mehr im Sinne von „baufällige Bude“ verwendet. Das trifft den Nagel im Gesäß! – oder wie das heißt. Die kinderkrippalen Ansätze unseres Landes bieten bestenfalls den Komfort eines offenen Hausgangs mit offenem Ausgang.
Wenn sich die Familienfuzzis jetzt mehr Krippen für ihre Bankerten einbilden, dann sollen sie diese gefälligst über Kindergeldverzicht und gesalzene Steuern für ihre Rotzlöffelproduktion finanzieren.
Da ist der Staat schon auf dem richtigen Weg: Weg mit der subventionierten Nesthockerei und ab auf die Kinderkippe! Äh Kinderkrippe.



