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(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)

„Geräuchertes hält sich länger.“ Bevölkerungstechnisch eine erschreckende Erkenntnis! Der Europäischen Union fiel es wie Schuppen aus der Lunge: Rauch macht haltbar! Raucher halten sich zäher als ihr eigener Bronchialschleim.

Weil eine lange Haltbarkeit des Menschen bei immer leereren (kommt von: leer – leerer – am leersten) Rentenkassen nicht im Interesse der Allgemeinheit sein kann, beschloss die EU ihren Mitgliedern die öffentliche Tabakverbrennung und das Räuchern der Eingeweide unter Anteilnahme nikotinscheuer Weicheier zu verbieten. Europaweit sollen die lebenden Kamine unter uns gezwungen werden, ihren rotzigen Rauchfang, wenn überhaupt, dann nur mehr in der Illegalität von Aborten und geheimen Kippenkrematorien am Rande der Gesellschaft begasen zu dürfen.

Bis auf die Tabaksteuer sind ohne Ende alternde und daherqualmende Suchtmenschen eine biologische Draufzahleinrichtung. Raucher belasten und gefährden das Staatsgefüge.

Allein die nächtlichen Hustenattacken, der morgendliche Auswurf und die damit verbundene Tröpfchenbildung in der Atemluft können für in der Nähe atmende Mitmenschen eine hochbakteriell-aromatische Befeuchtung der eigenen Schleimhäute bedeuten.

Abgesehen von der Lärmbelästigung durch das millionenfache Abhusten verliert der europäische Kontinent täglich riesige Trinkwassermengen, womit die Raucher aus ihrem Thorax in die Toilette geschleuderte Luftröhrenplaque, vulgo „Flangern“, in die Kanalisation spülen.

Im verräucherten Körperinneren gebundener Feinstaub befreit sich häufig bei Oralkontakten wie zum Beispiel bei Zungenküssen aus dem Rachensekret und wird wieder schwebfähig. Soll man nun der nikotinhörigen Rauchschleimstaubkaste ihre Einäscherungsrituale unter den tränenden Augen der Öffentlichkeit weiterhin erlauben? Soll man hinnehmen, dass die rauchende Eigenkonservierung später auf der öffentlichen Tasche liegt wie altes Geselchtes?

Nein! Bayern scheint, im Gegensatz zu den Schulreformen, die EU endlich mal richtig verstanden zu haben und erlässt als erstes Bundesland ein Rauchernichtsnutzgesetz. Ganz Bayern wird ein Luftkurort. Ganz Bayern? Nein. Das Bierzelt leistet erfolgreich Widerstand. Das Bierzelt bleibt in Bayern Raucherzone, weil damit beim Münchner Oktoberfest das meiste Geld hereinkommt und beim Geld hört in München die Gesundheit auf.

Überhaupt ist Gesundheit sowieso eine Wahnvorstellung, weil das ganze Leben seit der Vertreibung aus dem Paradies eine Krankheit ist. Ob mit oder ohne Rauch: Das lebenslange Abnehmen der Gesundheit zugunsten der Krankheit mit tödlichem Ausgang wird nicht abkommen.

Um dieses Leben durchzustehen, hat uns der Schöpfer kleine Gucklöchlein ins Paradies gelassen: Den Genuss. Da ab und zu hineinzuschau’n erspart unter Umständen den Psychiater. Nicht alle wollen auf die Couch und nicht alle wollen ewig leben. Deshalb wird sich der Genuss durchaus berechtigt wohl halten. Genauso wie - Rauchfleisch.