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(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)

Nach einer Umfrage des Meisenforschungsinstituts Forza (oder so ähnlich) würden, wenn am Sonntag Wahl wäre, die Heiligen Drei Könige mit 63 Prozent in den Landtag einziehen.

Das beweist wiederum, dass 21 Prozent der Befragten königstreu schwarz wählen. Neben Gold, Weihrauch und Myrrhe haben die drei Magier aus dem Morgenland schließlich einen Mohrenkopf dabei, der immerhin 30 Prozent der Belegschaft ausmacht. Andersrum würden also rein rechnerisch 42 Prozent Kaspar und Balthasar wählen und dem Melchior den Negerkuss verweigern. Trotz zu erwartender Judasküsse unter den Negerküssen steht der Melchior noch.

58 Prozent meinen der Umfrage nach, man sollte den Melchior gegen einen anderen Fassadenkaspar austauschen, um die Wahl, wenn sie denn wäre, zu gewinnen. Ob sich die aufmüpfigen Kasparn und Balthasare damit zu weit aus dem Weihrauchfass lehnen, wird sich zeigen, wenn der Fasslschwenker feststeht und bestimmt, wer entgegen gesetzt zum aufsteigenden Weihrauch aus dem Fassl fliegt. Dann wissen wir auch, welche am Ende die wirklichen Kaschpern sind.

Fehlen noch 37 Prozent auf die 100. Die haben mit den Heiligen Drei Königen nichts am Hut bzw. in der Krone. Denen fiele eher ein Zacken aus derselben, als dass sie der Weihrauchcrew eine Stimme geben. Sie sind auf den Weihrauch zu sprechen wie der Teufel aufs Weihwasser und freuen sich immer wie der Schellnkönig, wenn dem schwarzen Melchior statt dem Weihrauch der Mist königlich um die Ohrwaschln fliegt.

Das Meisenforschungsinstitut hat weiterhin prozentual die ausgeforscht, die eine Meise haben und der Wahl fernbleiben. Die repräsentative Umfrage unter 13 Bürgern aus dem gesamten Bundesgebiet, von denen niemand weiß, wer sie waren, hat ergeben, dass 42 Prozent nicht hingehen würden, wenn am Sonntag Wahl sein würde. Da am kommenden Sonntag keine Wahl ist, kann man sogar davon ausgehen, dass 100 Prozent nicht hingehen. Eine Katastrophe für die Demokratie, falls die Wahl wider Erwarten trotzdem sein täte.

Eine stattliche Zahl von 26 Prozent, immerhin 3,38 Wahlverdächtige gaben an, dass der Melchior bleiben sollte bis er schwarz wird, wobei er’s ja schon wäre. Das erkannten einfache Hirten, auf die naturgemäß bloß ein Schaf hört. Recht so! Da könnte ja jeder Hansl bzw. Pauli daherkommen! - So kommt man also über Legenden und Sterndeuterei zu Thesen. Herumfragen war schon zu Zeiten der Heiligen Drei Könige der Brauch. Das hat sich bis auf den heutigen Tag gehalten und aus Was-wäre-wenn-Umfragen werden immer noch die schönsten Sagen.