(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen „Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)
Wenn auf einem Maisfeld der Mais fehlt, dann ist guter Rat teuer. Ein Maisfeld, wo der Mais fehlt, kann unter anderem zwei Gründe haben: 1. Es wurde vergessen, dort Mais anzusäen. 2. Die Maiszünsler-Raupe frisst sich so lange durch den Mais bis der Mais dem Feld fehlt.
Dem Feld unter 1. fehlt der Mais von vornherein. Schlussfolgerung: Das Feld ist gegen Maisschädlinge unempfindlich. Lässt man den Mais ganz weg, bleiben die Schädlinge aus - allerdings auch der Mais. Diese Art von Feldbau ist der sicherste gegen jede Form von Erntebefall. Das wirtschaftliche Ergebnis ist so hoch wie das Risiko, nämlich keines, aber dafür sind keine weiteren Maßnahmen nötig, um dieses Ziel zu erreichen.
Dem Feld unter 2. fehlt der Mais nicht. Zumindest vorerst nicht. Es wurde die risikoreiche Methode einer Aussaat gewählt. Das spätere Fehlen des Maises besorgt hier aber der Maiszünsler. Schlussfolgerung: Der Maiszünsler ist ein Egoist. Er frisst sich rücksichtslos fett, zerstört den Mais und schert sich einen Dreck um die Nahrungskettenglieder, für die der Mais vom Maisanbauer zur Verfütterung gedacht war.
Im Gegensatz zum Inhaber von Feld 1 müssen dem von Feld 2 wirtschaftliche Ziele unterstellt werden. Diese Ziele decken sich nicht mit den Zielen des Maiszünslers. Nach der irdischen Fraßregel „fressen oder gefressen werden“ muss es also zum Kampf kommen. Die Wahl der Waffen unterliegt einzig und allein der Intelligenz des „Feldherrn“. Der Maiszünsler hat bloß die Wahl sich überraschen zu lassen. Wodurch? Megatonnenweise giftige Insektizide in die Atmosphäre spritzen und hoffen, dass auf dem Mais was ankommt, was dem Maiszünsler nicht bekommt, wobei der Mensch über die Atemluft seinen Teil abbekommt? Wie der Giftcocktail die menschlichen Gene verkorkst, weiß der Kuckuck bzw. der Maiszünsler.
Die weltweite Geld- und Menschenvermehrung wird in dieser Angelegenheit bald nicht nur den Rat verteuern sondern auch den Mais. Ob uns dabei die Zeit bleibt - so wie beispielsweise beim Hund - in Jahrhunderte langen Zufallszuchtversuchen mit Genverhunzung, den Wolf heraus und den Schäfer hinein zu kreuzen, ist anzuzweifeln. Veränderungen lassen sich nicht aufhalten, auch in den Genen nicht. Die rasant wachsende Frage „Maisfeld oder Mais fehlt?“ verlangt nach einer zeitgemäßen Antwort von hellen Köpfen. Auf dass die Götter der Profitgier, des Patentwahns und des Maiszünslers deren Gehirne nicht aushöhlen wie der Zünsler den Mais! Möge sie vielmehr der Himmel zu unser aller Wohl gentechnisch erleuchten und uns vor dem Hirnzünsler der Hysterie bewahren. Amen.




