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(Aus der Kolumne "Was ich so denk" , für die Oberpfälzer Tageszeitungen Der neue Tag“," Amberger Zeitung“ und „Sulzbach-Rosenberger Zeitung“)

Wie schnell aus einem Haufen Mille, also einem Haufen Tausender, ein Haufen Müll wird, liegt nicht in erster Linie daran, wie schnell manche aus einem i ein ü machen. Das ist erst der zweite Schritt in der finanziellen Müllherstellung. Zuerst muss man den Hochfinanz- und Geldgelehrten ein X für ein U vormachen. Das geht! Wie bei Asterix und Obelix im Haus der Verrückten. Auch da werden die Hausinsassen eines mehrstöckigen Verwaltungsbaus – überirdischen Geldverweserbunkern nicht unähnlich – mit ihren eigenen Waffen geschlagen, als plötzlich ein Papier mit dem Namen „Passierschein A 39 laut Rundschreiben B 65“ auftaucht, das es überhaupt nicht gibt.

Alle, selbst die Hyper-Gescheitesten, fallen darauf herein, werden zu Hyper-Gescheiterten, überschlagen sich wie der Hamster im Laufrad auf den Holzwegen ihres Wahnsinns und hetzen schließlich, panisch wie ein aufgescheuchtes Frischlingsrudel, krächzend und orientierungslos auf der Straße herum. Gegen das Verlust-Gejaule eines bauchgelandeten Großbankengurus, der mit dem Credo seiner selbst gepredigten Zettelschieberei aufs Kreuz gelegt wurde, klingt das Gequieke einer angeschossenen Wildsau wie ein gregorianischer Choral. Die gigantischen Müllhaufen und das alles übertönende Hilfe-Gegrunze derer, die das ihnen anvertraute Geld haufenweise vermüllt haben, zwingen den Staat dazu, irgendetwas zu unternehmen.

Schließlich droht – wenn wir mal im Schweinsmilieu bleiben wollen – die gestrauchelte Sau den ganzen Saustall verrückt zu machen und mit ihren schmierigen Sauereien zum Einsturz zu bringen. Die oberste Saustallaufsicht muss handeln! Wo nichts mehr da ist außer einem Loch, versucht nun die staatliche Flickschusterei mit Material abzudichten, das sie aus der Vergrößerung eigener Löcher heraus konstruiert. Während Pendlerpauschalen im Centbereich jahrelange Diskussionen erfordern, verlassen nun täglich und über Nacht neue Verschwenderpauschalen bis in den dreistelligen Milliardenbereich hinein als Hilfspakete und Rettungsschirme das Bundeskanzleramt wie Müllsäcke: Müllionen, Mülliarden. Und wenn wir die Säcke jeden Tag vor unseren Nasen haben, dann wird das rasch zum Alltag – wie in der Müllverbrennnung: „Und stinkt die Sache noch so sehr, mit der Zeit riecht’s keiner mehr!“