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Humoristische Laudatio der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“

( Verfasser Norbert Neugirg ©2005)

Wer in der deutschen Brauwirtschaft
am Leben bleibt aus eig’ner Kraft,
in Gesetzen, aufgehäuft
von Beamten, nicht ersäuft
und nicht belgisch infiziert
an seinem eig’nen Bier krepiert,
der ist bei den frei geführten
Brau-Kooperierten,
die, trotzend jedem Belgier-Plempel,
brau’n getreu dem Reinheitsstempel
wie seit vielen hundert Jahren
im alten deutschen Brauverfahren



Jährlich zwei Mal pflegt der Haufen
konzentriert wo aufzulaufen,
bei Kollegen, irgendwo
in Deutschland, der, den’s trifft, ist froh,
wenn sich die, die ihn erreichen,
nach zwei Tagen wieder schleichen

Lässt das Pech dich nicht im Stich,
versammelt die Gesellschaft sich,
vom Beirat unterstützt,
der ebenfalls `rumsitzt,
in deiner Brauerei
und du hältst die Zeche frei

So hat jeder schlimmstenfalls
zwei Tage lang das Volk am Hals
Das beste ist, an beiden Tagen
das Volk geduldig zu ertragen,
denn es ist ja abzuseh’n,
dass die, die kamen, wieder geh’n



Dieses Mal trifft leider
den Weißbiersieder Schneider
samt seinem alten Laden
der finanzielle Schaden

Er hat – ich sag’s mal simpel –
das älteste Gerümpel
in Sachen Weißbier bayernweit
und braut sein Zeug seit alter Zeit
nach jahrhundertlang verschleppten
Schneider-Schorsch-Geheimrezepten,
wo er irgendwas zusammen rührt,
das sich finanziell rentiert

Bis heute gibt’s Gestalten,
die Schneider über Wasser halten,
weil sie ihm aus freien Stücken
bares Geld aufs Auge drücken
für das, was er da braut
und sich zu verkaufen traut

Und was hat er nun davon?
Die Brau-Kooperation
hat sich in Kelheim eingenistet.
wo der Schorsch sein Dasein fristet
und trinkt in seiner Flaschenschenke
die abgelaufenen Getränke

Auch musikalisch – es ist seine Art –
hat der Schneider Schorsch gespart
und statt etwas Gescheit’s zu kaufen,
entschied er sich für diesen Haufen

Vier musizierende Gestelle
einer halben Feuerwehrkapelle
Trotz Abzug von der Steuer,
die ganze crew war ihm zu teuer

…….

Schorsch Schneider hat uns angewiesen,
ein paar Brauer zu begrüßen,
zum Teil auch außerbay’rische Personen,
die – statt Bayern zu verschonen –
angereist sind – sogar „Preiß’n“
sind gekommen, hat’s geheißen
Der Schneider schreckt vor nichts zurück –
auch die fahr’n wieder – Bayerns Glück!

…….

Georg der sechste Schneider,
der wie gesagt und leider,
die ganze Zeche – wenn’s denn stimmt –
heute Abend übernimmt

Sein Weißbier hat er schon gestreckt,
mit Wasser, was man fast nicht schmeckt
und die Küche fand vor Ablaufende
zur Inventur noch ein paar Altbestände
und hinterm Ofen aus den Zeiten
Georgs des Zweiten
von alten Knödeln einen Rest,
den Schneider mit verfüttern lässt

Heutzutage muss man kämpfen
und wo’s geht die Kosten dämpfen

Das stand auch an erster Stelle
bei der Auswahl der Kapelle

…..

Georg Schneider & Sohn
dankt der Kooperation
für das freundliche Erscheinen
und freut sich wie wir meinen
ohne jede Frage
auf das Ende der zwei Tage

Auch ich bin froh, wenn es zu Ende geht,
mit dem, was hier geschrieben steht,
denn es erzeugte bloß Gelächter
und der Reim wird spürbar schlechter

Wir danken ihnen, dass sie kamen
und Schneider-Biere zu sich nahmen,
denn der Schorsch allein hätt’ Mühe
mit dem Vernichten seiner Brühe

Noch schöne Stunden hier in Schneiders Bude
ich danke ihnen – Alles Gute