Das Storchennest
(Norbert Neugirg – April 2009)
Wenn beim Mann die Kraft nachlässt,
baut er sich ein Storchennest
auf des Hauses höchste Spitze
in der Hoffnung, dass es nütze.
Des Mannes Zutun zur Vermehrung
unterliegt ja der Verjährung,
sprich, er muss einseh’n irgendwann,
dass er den Storch nicht mehr ersetzen kann.
So kommt im Alter Stück für Stück
der Glaube an den Storch zurück,
wenn, so wie einst als Kind auf Erden,
die Männer wieder zahnlos werden
und beim Weibe nichts mehr reißen –
soll doch der Storch die Weiber beißen!
O Meister Storch, lass’ dich hier nieder
und vermehr’ die Kinder wieder.
Bevölkere du dieses Haus,
beim Hausherrn ist die Luft herauß’!




