(Veranstaltung am 08.03.2006)
Humoristische Laudatio der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“
(Verfasser Norbert Neugirg © 2006)
Es gibt Sender, die trotz Gagen
und der gesendeten Visagen
der angeheuerten Gestalten,
länger als zehn Jahre halten.
Der Gesellschafts-, Funk- und Drahtverhau
des Senders Oberpfalz TV
war, so wie die Dinge liegen,
zehn Jahre lang nicht tot zu kriegen.
Steht zu befürchten, dass er weitersendet
und die Einnahmen verwendet,
bei Jubiläen jene frei zu halten,
die im Sender Werbung schalten
und unterm Strich das selbst bezahlten,
was OTV zum Jubiläumsfest
heut’ ans Volk verfüttern lässt.
OTV spendiert dem Saal
ein angewärmtes Abendmahl.
Zehn Jahre sind mit Recht und Fug
für eine Mahlzeit Grund genug.
Zehn Jahre, ohne einzugehen,
ist OTV am Schirm zu sehen
und bringt täglich seinen Stoß
selbst gedrehter Bilder los.
Trotz der Typen in dem Laden
ging das Ding nicht baden,
denn Amberg und der Großraum Weiden
sind es ja gewohnt zu leiden.
Lothar Höher, dort verpflichtet,
damit er das Geschäft verrichtet,
befürwortete ein solches Fest,
so wie man’s jetzt vom Stapel lässt,
als kleinen Vorgeschmack und Test
für alles, was demnächst passiert,
wenn er OB von Weiden wird….
Nicht zuletzt dank Kabelgroschen
blieb OTV in den Galoschen
und kippte dank stets schwarzer Zahlen
nicht aus seinen Schweiß-Sandalen.
Der Kabelgroschen wird kassiert,
sobald ein Mensch verkabelt wird.
In München wird jetzt diskutiert,
ob der Groschen bald krepiert.
So dachte man, es kann nicht schaden,
sich den Minister einzuladen,
der das noch vor der Rente,
wenn er’s schafft, verhindern könnte:
Vermutlich dank dem Höher
kam der Staatskanzleivorsteher
Sinner Eberhard,
der auf seine Art
wie immer, wenn er referiert,
die Oberpfalz narkotisiert,
auf dass das Volk das Steuergeld
bezahlt und sich sonst ruhig verhält.
Wie immer treten im Verlauf
eines solchen Abends Redner auf,
die meinen, dass es eine Ehre
und ihr Senf vonnöten wäre.
Weil’s beim Fernseh-Hauptaufseher
und obersten Frequenzendreher
Professor Doktor Ring
heute grad nicht ging,
war Gott sei Dank Gebrande
zur Anreise imstande.
Die Oberpfalz hat’s schwer vonnöten,
Danke für die Kabelkröten.
Die Regierung schickte auch ein paar
und wer in Regensburg grad übrig war,
der musste in den Norden reisen,
um hier OTV zu preisen.
Vor 10 Jahren, da begann’s,
da hat der Landrat Wagner Hans
(zwischenzeitlich ausrangiert)
vom Peter Schenkl assistiert
mit Höher, der als Ministrant
aufgeregt daneben stand,
an einem roten Knopf gerissen
und den Sender angeschmissen.
Seither soll der Sender laufen,
das Team ist ein ganz junger Haufen,
ein paar davon sind angestellt,
für die meisten gibt’s noch Kindergeld.
Klar, dass der Sender funktioniert,
denn so subventioniert,
kann man sich freilich über Wasser halten
und die paar verbrauchten Alten
wie der Höher und der Rolf
sind ja meistens eh beim Golf.
Man sieht, der Sender muss so handeln,
damit sie nicht das Bild verschandeln.
Christoph Rolf der Sendeleiter
wirkt im Fernsehen nicht nur breiter
sondern auch noch reifer
und ein Stückchen steifer.
Dabei ist er in Wirklichkeit
nicht so steif und halb so breit.
Alimente und das Kindergeld
sind bei Rolf längst eingestellt.
Bei Petra Campbell, Marketing,
stapelt sich, was vor sich ging,
mit steigendem Niveau
im eigenen Büro.
Ist das System auch undurchsichtig,
sie findet alles, sucht sie richtig.
Weil Thomas Bärthlein kräftig spart,
heißt er Bärthlein und nicht Bart.
Bärthlein ist bei OTV
der Wetterhahn und tut recht schlau,
wenn er vom Frühling fantasiert,
derweil die Oberpfalz erfriert.
Sein Wetterbild macht wenig Sinn,
meistens steht er mittendrin,
verdeckt das Hoch, von dem er spricht,
und schöner wird’s dann wieder nicht.
. . .
Er wird schnell mit Frauen warm,
Bärthlein ist ein Frauenschwarm.
Geht er aus mit einer Frau,
dann tut er das für OTV
und mit Charme und Sparsamkeit
bringt er jede Frau soweit,
dass sie ihm die Zeche zahlt,
denn sein OTV-Gehalt
ist so mager wie die Wetterlagen,
die er fähig war vorherzusagen.
Martina Beierl moderiert
immer etwas auffrisiert.
Ihr Friseur macht das nur nebenbei,
trotzdem ist der Mann noch frei
und – ich sag’ es unumwunden –
auch Merkel zählt zu seinen Kunden.
Der alte Robert Wirth
ist schon länger desertiert.
Madame O. Agnes Eisenreich
tat es Robert Wirth dann gleich
und ging im Münchner Weißwurschtschleim
den Oberbayern auf den Leim.
Beide haben ihr Know-how
von Oberpfalz-TV
und das nervliche Korsett
fürs schwarze Münchner Fett.
Viele sind heut’ angereist,
was den guten Draht beweist,
den OTV hat bayernweit
und gibt’s was, nimmt sich jeder Zeit.
Es kam ein Haufen teils vergreister
Landräte und Bürgermeister,
Geschäftsleute aus allen Sparten,
Medienfritzen aller Arten,
Geldverleiher, Mediziner
und andere Geringverdiener,
Rechtsanwälte, Journalisten,
hoch betagte Polizisten,
Brauer, Mälzer, Schlächter,
beamtete Naturparkwächter,
Schneider, Wirte, Starkstromhändler,
ausgelaugte Mittelständler,
kurz: man sieht’s am Körperbau,
Kundschaft halt von OTV
und ein aus Furth im Wald hervor gekramter
verkrachter Standesamt-Beamter,
der sich als Humorist verdingt,
weil er im Amt nichts mehr zusammen bringt.
Jetzt produziert der Mann Gelächter,
zu früh gefreut – es wird noch schlechter.
Lothar Höher hat zu guter Letzt’
nicht auf Lauerer allein gesetzt,
nein – er nahm die billigste Variante
von Musikanten, die er kannte,
damit’s den Gästen, bei den Preisen,
leichter fiele abzureisen.
Deshalb spielt an dieser Stelle
zum Abschluss die Kapelle
ein Ständchen für den Sender,
dessen Bilder laut Kalender
zehn Jahre, ohne abzusaufen,
in oberpfälzer Köpfe laufen.
Viel Erfolg in den Gehirnen
und harten oberpfälzer Birnen
wünschen wir ganz ohne Frage
weiterhin und alle Tage.
Das war’s soweit von uns im Reim:
Willkommen und Erfolg daheim!
Noch schöne Stunden in der Bude
und: Zum Geburtstag Alles Gute!






