Humoristische Laudatio der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“
( Verfasser Norbert Neugirg ©2003)
Dr. Edmund Stoiber, Chef der CSU,
fand in München keine Ruh‘,
verließ Kanzlei und seinen Posten
und brach auf in Bayerns Osten
Er wagte sich in die wenig vermögenden
abseits von München gelegenen Gegenden
randböhmisch brachliegender Felder
an Bayrisch-Kongo angrenzender Wälder,
wo die Oberpfälzer spärlich hausen
und an ihren Resten zausen
Mit Karin seiner Ehefrau
kam er zur Regionalbeschau
Mit Verlaub: Die Frau ist schöner
als er, so wirkt er fotogener
Herr Ministerpräsident, wir danken Ihnen,
dass sie leibhaftig uns erschienen
Selten ist er uns so nah,
endlich ist der Stoiber da
Es ist ein ziemlich schräger Haufen
zu ihrer Ankunft aufgelaufen
Ich stelle klar, dass ich damit alleine
hinter mir die Mannschaft meine:
Im Sog vom bay’rischen Süd-Nord-Gefälle
eine desaströse Blechkapelle,
in der Oberpfalz zu Haus‘
und genauso schaut sie aus
Es erlaubt sich ihnen vorzustell’n:
„Die Altneihauser Feierwehrkapell’n“
…
Die Ex-Bohrstadt Windischeschenbach,
in der schon soviel Glas und Porzellan zerbrach,
begrüßt den heißersehnten
Herrn Ministerpräsidenten
im Stadium: Noch vorhandener Rest,
den Schröders Streichung GA-West
uns zur Zeit noch lässt
auf dem Weg in eine Stadt,
in der es sich bald ausgefördert hat
Die Oberpfalz von oben ohne -
willkommen in der Sahelzone
…
In Windischeschenbach regiert der Meier,
landesweit der jüngste Bayer,
der als Bürgermeister CSU-gelistet
auf dieser Welt sein Dasein fristet
Er verwaltet hier ein tiefes Loch,
das gebohrte ging ja noch,
doch weitaus tiefer sind und dichter
die finanziellen Bombentrichter,
in die Stadtkasse so tief gewühlt,
dass sich der Bürgermeister fühlt,
angesichts der Haushaltslücke,
wie auf der Titanic-Brücke,
von der aus er nach München fleht,
damit sein Schiff nicht untergeht
…
Angesichts des kommunalen Verhaus
gingen ihm die Haare aus
und Andreas Meier droht im Schuldenhaufen
als jüngster Schwarzer abzusaufen
Lässt das Bayern und die CSU
beim Nesthäkchen so einfach zu?
Nein – trotz Scherben, Klärschlamm, Schuldenloch
Herr Ministerpräsident, wir leben noch
Bekanntlich haben wir
in der Stadt das Zoiglbier
Das ließ uns in der Gegend haften
und Tiefschläge bis jetzt verkraften
Harte Zeiten nehmen wir in Kauf
und die Oberpfalz gibt auch nicht auf,
vorausgesetzt, dass München nicht vergisst,
dass die Oberpfalz noch Inland ist
Vom Agrarland zur High Tech,
Bayern rührte sich vom Fleck
Edmund Stoiber schob mit dem Gehirn,
daher auch die blanke Stirn
Dank Dr. Edmund Stoibers Taten
ist viel in Bayern gut geraten
Die Oberpfalz muss auf den Aufschwung warten,
das Volk lebt teils vom Aufgesparten
Oberpfälzisch spricht
das Kabinett in München nicht
Lediglich vom Spitzner Hans
sagt man noch er kann’s
Die oberste bay’rische Kanzlei
ist fast oberpfälzerfrei,
dafür oberbay’risch verseucht
der Oberpfälzer wird verscheucht
oder – versucht er sich dort einzuleben –
sofort zum Abschuß freigegeben
Herr Ministerpräsident, bei allem Respekt,
das ist ja wie verreckt
Irgendeiner muss doch mal in ihren Augen
in München zu was G’scheitem taugen
Hören Sie doch ab und zu einmal
auf den alten Graubart Stahl,
den einsamen Rufer und Schutzpatron
dieser holprigen Region
Dazu kommt, wenn es reicht,
der Albert Nickl noch vielleicht
oder meinetwegen, nehmen’s Simon Wittmann mit,
dass er in München sie vertritt
Landrat wird sich einer finden,
sollte Wittmann hier verschwinden
Hauptsache er wird Minister,
den Landrat, den vergäßt er
Sie müssen – soll sich die Oberpfalz entfalten –
sich viel mehr Oberpfälzer halten,
die sind anspruchslos und pflegeleicht,
zäh, robust und unerreicht
mit Arbeit zu belasten,
hab’n was auf dem Kasten
und labern – pflegen sie was anzuleiern –
nicht halb so viel als and’re Bayern
Herr Ministerpräsident, ich stelle fest:
Wenn uns Europa und Berlin verlässt,
braucht die Oberpfalz heut‘ mehr denn je
die Hilfe, die ich jetzt erfleh‘:
Edmund breit‘ den Mantel aus,
erhalt‘ uns Zuschuss, Hof und Haus,
segne Windischeschenbach
und tu‘ etwas für uns danach
Wenn Frau Karin Stoiber uns noch lässt,
erklingt im Nachgang zum Geburtstagsfest,
nachdem sie einen „Glatten“ hatte
ein Stück von einer alten Platte,
das zum 100. Geburtstag von Queen Mum
jedesmal zum Vortrag kam
Frau Karin, im Gegensatz zu ihrem Mann
sieht man die 50 ihnen gar nicht an
…
bleibt im Geist in uns’rer Näh‘
und nehmt uns nicht vom Brot die Butter –
„Congratulations“ liebe Landesmutter






