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"Altneihauser" begeistern "Angie"

Artikel aus "» Der neue Tag" vom 28.11.2007

CSU-Landesgruppe verabschiedet Ex-Ministerpräsidenten

Berlin. Wenn ein Ministerpräsident von der CSU-Landesgruppe in der Bayerischen Vertretung in Berlin Abschied feiert, dann ist verständlich, dass es an der Spree die etwas untypischen Spezialitäten Bratwürste, Kraut, Griebenschmalz und Weißbier gibt. Doch für Edmund Stoiber ließ der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Dr. Peter Raumsauer, ganz besondere Menschen in der Bundeshauptstadt antanzen: Oberpfälzer.
Edmund und Karin Stoiber und CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer inmitten der einzig wahren Oberpfälzer Fraktion in Berlin: der "Altneihauser Feierwehrkapell'n". Bild: RoßnerNamentlich die Altneihauser Feierwehrkapell'n, die den humorigen Teil des Abends bestritten. Ihre direkte Art über den "ausgedienten Landesvater" entlockte so manchem Bundestagsabgeordneten ein hämisches Grinsen.

Rund 200 Gäste hatte Ramsauer für Stoibers Abschied geladen. Der Vorsitzende wollte betont wissen, dass diese Veranstaltung nicht als "Entstoibisierung Berlins" verstanden werden sollte, sondern als Dankeschön. "Denn Edmund Stoiber zerreißt sich für seine Partei."

"Es hat Spaß gemacht"
Bundeskanzlerin Angela Merkel, die von den "Altneihausern" mit "Angie, ich leide wie ein Hund" besungen wurde (sie lächelte dabei Stoiber charmant zu), nutzte die Gelegenheit, ihr erstes Treffen mit Stoiber in der Bayerischen Vertretung Revue passieren zu lassen: "Hier sind wir uns begegnet. Ich dir mehr, als du mir."

Beinahe schien es, als würde sie mit Edmund Stoiber an diesem Abend endgültig abschließen, ohne zu beschönigen oder in verklärte Abschiedstiraden zu verfallen: "Es hat Spaß mit dir gemacht", verriet sie den Zuhörern, "auch wenn es gekracht hat". Doch am Ende verglich sie ihre Beziehung zum bayerischen Ministerpräsidenten gar mit der eines "deutsch-deutschen-Paares". Und Merkel äußerte sogar noch eine Bitte: "Ich zehre von dem, was ich gelernt habe und hoffe, dass ich mir künftig Rat holen darf."

Kein Stress mehr
Stoiber, der den Reden konzentriert folgte und zum Teil richtig gelassen wirkte, zeigte sich nach der Geschenkübergabe (ein Berliner Bär mit Löwenkopf auf dem Bauch) baff: "Ich bin überrascht. Ich habe mir nicht vorgestellt, dass die Landesgruppe so ein Fest daraus macht." Auf den aufgestellten Bierbänken mitten in Berlin wurde es still, als er seinen Parteisoldaten von den Anfängen seiner Karriere bei der CSU berichtete und was die Partei der Landesgruppe zu verdanken habe: "Ohne die CDU wäre die CSU vielleicht eine rechte Splitterpartei."

Der Mann, der auf 30 Jahre Politik zurückblicken kann, möchte sich jetzt nicht zurückziehen, sondern "weiter beobachten". Es gebe ein Angebot aus Brüssel und er kündigte an, mehr mit seiner Frau Karin unternehmen zu wollen. "Es tut gut, nicht mehr in diesen Stresssituationen zu sein."

Die Phase der Nostalgie währte nur kurz, denn die Altneihauser Feierwehrkapell'n war auch am Schluss wieder zur Stelle, um die "Freibiergesichter" unermüdlich an die "Oberpfalz, das Bollwerk zur böhmischen Grenze" zu erinnern.