Artikel aus "Der neue Tag" vom 06.12.2008
Norbert Neugirg liest bei Stangl&Taubald aus seinem jüngsten Werk "Worte, Reim und Bücherleim"
Weiden. (uz) Spitz wie Wilhelm Busch, polternd wie Gerhard Polt. Norbert Neugirg schreibt mit flinker Feder, legt die Finger in offenen Wunden und klebt dann wieder Pflaster drauf. Neugirg teilt aus, ohne zu verletzten. Er ist einer, der die süffisante Kunst der liebevollen Kritik bis zur allerhöchsten Vollendung beherrscht.
"Wen die Zeit und's Geld nicht reut, wer altes Glump und Blech nicht scheut, der kam durch Frost und Nebenschwaden, heut' in Stangls Bücherladen." Und warum? "Ein so genannter Buchautor, stellt da seine Schwarten vor." Oder etwas verständlicher: Am Mittwochabend las der Kommandant der "Altheinhauser Feierwehrkapell'n" bei Stangl&Taubald aus seinem zweiten Buch. Ein Buch, das er frei nach dem Motto geschrieben haben will, "Wer Arbeit nicht so gern verrichtet, setzt sich einfach hin und dichtet."
Neugirg, der sich bereits als Kolumnist beim Neuen Tag einen Namen gemacht hat, setzt hier noch einen drauf. "Worte, Reim und Bücherleim" hat er sein jüngstes Werk getauft. Ein Werk, das fürs Regal viel zu schade ist. Ein Buch, Nachschlagewerk und Lebensberater, das zu jeder Weihnachtsfeier mit muss. Zur Weihestunde hatte er sechs Leute von seiner "Feierwehr" im Schlepptau. Ungewaschene Männer, die ihn blasmuskalisch anfeuerten. Gleich zu Beginn seiner Lesung veräppelte Neugirg eine Reihe von Berufen. "Das Gesäusel vom Notar, verursacht Honorar. Und nirgends sonst muss man für Gute-Nacht-Geschichten so viel Geld wie beim Notar verrichten." Oder: "Der Lehrer meint, dass er was weiß, gibt das seinen Schülern preis und schickt sie - meistens nicht gescheiter - im nächsten Schuljahr einfach weiter."
Als Zugabe verwandelte sich der Autor in einen CSU-Abgeordneten, der sich in Rage redete. Grund: Seine persönliche Wahlanalyse. "Wir hätten vorher nie geglaubt, dass wir nachher so dran glauben müssen." Oder: "Was wären wir denn ohne uns." Werner Schieder klopfte sich die Schenkel. "Wie im Plenum", sagte er. Neugirg: "Dabei ging's uns doch immer nur um drei Dinge: Um unseren persönlichen Vorteil, um Posten und um sonst nichts."



