Artikel aus "Der neue Tag" vom 22.11.2008
"Überzoigelte" Präsentation von Norbert Neugirgs zweitem Buch "Worte, Reim und Bücherleim" am Schafferhof
Neuhaus. Ein "brechend volles Publikum" erlebte am Donnerstag im Neuhauser Schafferhof eine Buchpräsentation der besonderen Art: Norbert Neugirg, seines Zeichens "Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell'n", hatte zur Premiere seines zweiten Buches eingeladen. Freunde, Bekannte und Verwandte waren gekommen, um live zu erleben, wie ein "Buchautor seine Schwartn vorstellt", die gespickt ist mit Zeilen, die nach "tagelangem Martyrium im Geiste" zu Paper gebracht worden sind.
"Worte, Reim und Bücherleim" nennt der Autor sein neuestes Werk, das sich in bewährter Manier mit dem befasst, was ihm so über den (Gedanken-)Weg läuft. Neugirg, spätestens seit seinen monatlichen Kolumnen in der Wochenendbeilage "Der Neue Tag/Amberger Zeitung" und seinen Fernseh-Auftritten mit der "Kapell'n" bei der "Fastnacht in Franken" auch einem breiteren Publikum bestens bekannt, ist ein stiller, aber durchtriebener Beobachter. Seine besondere Gabe - er leidet nach eigener Aussage an einer "ererbten Schwäche für die Reimerei" - ist, dass er mit seinen Reimen und Texten immer genau den Punkt trifft und den besagten "Kern des Pudels" offen legt. Nach dem großen Erfolg seines ersten Buches "Was ich so denk" (drei Auflagen) reifte in ihm der Entschluss, seinem "Stallmist ein paar gereimte Viechereien zu entreißen" und sie der "Öffentlichkeit vorzuwerfen".
Norbert Neugirg ist aber keiner, der sich mit ein paar schnellen Reimen oder billigen Kalauern zufrieden gibt. Wer seine Texte hört und auch liest, wer versteht, wie er dem Volk aufs Maul schaut und mit seiner Gabe den Zeitgeist trifft, der erkennt, dass hier ein bayerischer Wortakrobat arbeitet, der den großen Bogen schlägt zwischen Wilhelm Busch und Karl Valentin. Günter Moser, Verlagsleiter im Buch & Kunstverlag, sprach von einem "epochemachenden Werk" und lobte den Autor, der mit "fragender Skepsis die Leser anschaut" und an Originalität nicht zu übertreffen ist. Seine Themenauswahl ist breitgefächert und trifft Berufsgruppen aller Art (vom Journalisten bis zum Notar, vom Frisör bis zum Lehrer). Keiner kommt seiner spitzen Feder aus, jeder wird mit schwarzer Tinte verewigt.
Kabarettreif waren nicht nur sein Langgedicht vom "Förster Eberhard", sondern vor allem seine Zugabe "Ansprache zum schwarzen Durchfall in Bayern". Hier zeigt sich Neugirg als zeitkritischer Augenzeuge, der mit viel Witz und Ironie hinterfragt, mit Hinterfotzigkeit nachlegt und humoristisches Salz in die Wunden streut.
Was wäre der dichtende Feuerwehrmann ohne seine Musiktruppe? Mit einer unerreichten Einmaligkeit zerspielen sie Volksmusik, Klassiker und Schlager, lösen Melodie und Rhythmus auf und fügen diese anschließend zu einem großen Gesamtkunstwerk wieder zusammen. Wieder einmal treffen Busch'sches Reim-Genie und Valentin'sche Genialität hier zusammen.



